Farne und Zykassen

Farne und Zykassen

Als ob würden Sie jetzt an das Ende Paläozoikums oder an den Anfang  Mesozoikums geraten. Eben damals herrschten auf der Erde Farne und Zykassen vor. Farne sind höhere nicht blühende Pflanzen, zu denen Festland-, Wasser- sowie epiphytische Pflanzen, oder auch Lianen oder Bäume gehören. Sie vermehren sich durch Sporen, die sich meistens auf der Blattunterseute oder auf besonderen Organen – den Fruchtblättern -  befinden. Es sind vorwiegend schatten- und feuchteliebende Pflanzen, zu Hause sind sie auf allen Kontinenten. 

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Bekannt sind ungefähr 10 000 Arten. Unsere Sammlung umfasst etwa 80 Arten. Zu den interessanten Farnen gehören Armleuchterpflanzen - Platycerium alcicorne, das sind die auf der Gewächshauskonstruktion aufgehängten Pflanzen. Es ist eine epiphytisch wachsende Art. Das heißt, dass sie sich anhaftet und an den Ästen der Bäume wächst, aber parasitiert an ihrem Wirt nicht.

Die Armleuchterpflanze hat zwei Arten von Blättern. Mit den flachen breiten Blättern umrankt sie den Baum, fängt den Humus auf, in den sie sich einwurzelt. Die grünen Blätter sind geweihförmig und auf deren Spitzen bilden sich auf der unteren Seite die Sporen.

Auf dem mittleren Beet befinden sich baumförmige Farne der Gattung Cyathea, die in der Natur in die Höhe von 5 bis 10 m wachsen. Vorwiegend aus den Baumfarnen war in der Geschichte die Schwarzkohle entstanden. In der Gegenwart können wir diese Relikte in  den Tropen antreffen, besonders in Australien. Nicht weniger interessant ist die Art Lygodium scandes, ein Farn, der lianenartig wächst.

Zykassen sind nacksamige Hölzer, verwandt mit den heutigen Nadelhölzern. Sie haben einen unverzweigten Stengel und ihre großen steifen Blätter wachsen in einer Blattrosette aus dem Wipfel des Stammes heraus. Die Blätter sind im jungen Stadium gleich wie bei den Farnpflanzen spiralenförmig eingerollt. Bekannt sind etwa 100 Arten dieser altertümlichen Pflanzen, die zu 9 Gattungen und 3 Familien gehören. Sie sind in den Tropen und Subtropen weltweit verbreitet. Zykassen sind meistens zweihäusige Arten, d.h. eine Pflanze ist weiblich und eine männlich. Die Samen bilden sich auf   den Karpelen, die in Strobilus geordnet sein können. In unserem Gewächshaus haben wir zwei Individuen der bekanntesten Zykasse – Cycas revoluta, die braune schuppenartige Fruchtblätter hat und darauf große orangefarbene Samen. Sie werden aber in Gewächshäusern nicht befruchtet. Cycas circinalis ist unser größtes Exemplar, welches etwa 110 Jahre alt ist. Wir züchten beide Geschlechter der Art Ceratozamia mexicana, die große Strobili bildet, und auch die Arten Dioon edule a Encephalartos hildebranthii mit scharf sägenförmigen Blättern. Gleich an der Gewächshaustür in den Garten steht Stangeria paradoxa. Diese Pflanze ist dadurch interessant, dass sie einen unterirdischen knollenartigen Stengel hat und ihre Blätter auffallende Blattadern haben. Eine der schönsten ist Zamia furfuracea. Sie ist etwa 80 Jahre alt und kommt aus der Sammlung des bedeutenden Brünner Kakteenzüchters Fleischer. Unsere Zykassensammlung ist sehr wertvoll.

In der Vitrine befindet sich Ingwer – Zingiber officinale, dessen Knollen als Gewürz benutzt  oder kandiert und getrocknet werden. Die aufgehängten Pflanzen sind insektenverdauernde Kannensträucher der Gattung Nepentes. Die Verdaungsflüssigkeit in den Schläuchen lockt die Insekten an, welche ertrinken und durch Enzyme in Nährstoffe zerlegt werden, die dann der Pflanze als Dünger dienen. Diese insektenverdauernden Pflanzen wachsen meistens epiphytisch oder auf nährstoffarmen Standorten.

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